Viermal den Stern verteidigt

Roger Achterath

Schon früh war für den eineiigen Zwilling klar, dass er unbedingt Koch werden will. Während sein Bruder Lutz als Kfz-Meister die Werkstatt und Tankstelle des Vaters an der Geldernschen Strasse übernahm, machte Roger bereits mit 15 Jahren ein Praktikum in der Küche eines mit der Familie befreundeten Hoteliers in Bonn. „Dort begann ich 1984 meine Lehre bei einem ganz rustikalen Küchenchef. Er hat mir beigebracht, dass man aus allem etwas Leckeres machen kann, wenn man es nur mit Leidenschaft tut."

 

Schnibbeln mit Oma Lenchen

 

Familie Achterath freut sich auf Ihren Besuch (von links): Diana, Luca, Emma und Roger Achterath

Mit Leidenschaft und Liebe zur Sache an die Küchenarbeit? Das kannte Roger Achterath schon von seiner Oma Lenchen, der er als Kind oft beim Schnibbeln und Einwecken in der heimischen Küche geholfen hatte. Die benachbarte Schenkwirtschaft Achterath, die schon seit mehr als 300 Jahren im Familienbesitz war, beeindruckte ihn und seine Geschwister damals eher als spannender Ausflugsort. „Zwei Schwestern meines Opas führten viele Jahre lang die Gaststätte, wir gingen selten dort essen, weil Oma Lenchen ja jeden Tag zu Hause sehr gut für uns gekocht hat." So beschränkten sich die Kinder auf Besuche in der im Keller gelegenen Küche und hinter der Theke, wo sie heimlich Fanta aus dem Zapfhahn tranken. Roger Achterath: „Ich erinnere mich noch gut an der großen Topf mit Rotkohl auf dem Herd, der simmerte da von Montag bis Freitag vor sich hin, es roch aber immer lecker."

 

Roger in London: "Was mache ich hier eigentlich?"

Eineiig, aber beruflich unterschiedlich unterwegs: Lutz (links) übernahm als Kfz-Meister die Werkstatt des Vaters, gleich neben dem Restaurant, Roger lernte Koch und kehrte 2002 als Meister zurück.

Von Bonn aus ging der Jungkoch ins Atlantic-Hotel Hamburg, in dem er seine Vorliebe für Fisch vertiefte. „Wenn ich heute Rochen, Seeteufel oder Hummer auf die Karte setze, erinnere ich mich gerne an meine Zeit in Hamburg. Als Souchef eines der Gourmet-Restaurants im Atlantic bewarb er sich im berühmten Dorchester Hotel an der Park Lane in London und wurde genommen. „Ich war stolz wie Oskar, aber dann kam der erste Tag als einer von 130 Köchen." Seine erste Aufgabe: Zusammen mit einigen Kollegen bereitete er 2000 Finger-Sandwiches für den traditionellen Afternoon-Tea vor. „Ich dachte immer nur, was mache ich hier eigentlich", sagt er und lacht. Nach vier Jahren war er zum stellvertretenden Küchenchef in einem der Dorchester-Restaurants aufgestiegen. „Das bedeutete 400 Essen pro Tag auf hohem Niveau."

Viermal den Stern verteidigt

Ehe der gebürtige Rayener an den Niederrhein zurückkehrte, um hier im Mai 2002 „Achterath's Restaurant" zu eröffnen, standen ihm von London aus und nach der Meisterschule in Heidelberg noch zwei stilbildende Stationen bevor. Roger Achterath: „Beim Witzigmann-Schüler Karl Ederer in München habe ich gelernt, dass man den natürlichen Aromen ihren Lauf lassen muss. Und während meiner viereinhalb Jahre im Aachener Gala habe ich glücklicherweise nicht nur meine Frau Diana kennen gelernt, sondern auch viermal meinen Stern im Guide Michelin verteidigt."

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